An deiner Autoflowering Cannabis-Pflanze sitzen kleine grüne oder gelbliche Tiere? Gleichzeitig wirken manche Blätter glänzend und klebrig oder tragen weiße, fast durchsichtige Krümel? Diese Kombination kann auf Blattläuse hinweisen.
Für die Einordnung zählt das Gesamtbild: erkennbare Tiere, ihre Körperform und begleitende Spuren. Klebrige Blätter allein beweisen keinen Blattlausbefall.
Wie sehen Blattläuse aus?
Blattläuse sind kleine Insekten mit einem weichen, häufig birnenförmigen Körper, langen Fühlern und sechs Beinen. Viele Arten besitzen am hinteren Körperbereich zwei röhrenförmige Fortsätze, die sogenannten Siphonen. Sie können allerdings sehr klein und schwer erkennbar sein.
Die Farbe ist kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Je nach Art kommen grüne, gelbe, braune oder dunkle Tiere vor. Auch geflügelte und ungeflügelte Formen sind möglich. Blattläuse sitzen häufig in Gruppen an Blättern und Stängeln.
Welche Blattlaus kommt an Cannabis vor?
Eine an Cannabis beschriebene Art ist die Cannabisblattlaus, wissenschaftlich Phorodon cannabis. Sie kann unter anderem blassgrün, gelblich, hellrosa oder hellbraun aussehen.
Eine sichere Artbestimmung ist anhand der Farbe oder eines unscharfen Fotos jedoch nicht möglich. Die Bezeichnung „Autoflowering“ ist ebenfalls kein Bestimmungsmerkmal des Insekts.
Warum werden die Blätter klebrig?
Blattläuse nehmen Pflanzensaft auf und scheiden dabei eine zuckerhaltige Flüssigkeit aus: den Honigtau. Kleine Tropfen können auf darunterliegende Blätter fallen und dort glänzende, klebrige Stellen hinterlassen.
Diese Ausscheidung ist etwas anderes als das Harz der Pflanze. Trotzdem lässt sich aus der Klebrigkeit allein nicht ableiten, welcher Stoff auf einem Blatt liegt. Auch andere saugende Insekten können Honigtau produzieren.
Die allgemeine Einordnung findest du im Beitrag Klebrige Blätter bei Autoflowering Cannabis.
Was sind die weißen Reste neben den Tieren?
Während ihrer Entwicklung häuten sich Blattläuse. Die zurückbleibenden Hüllen sind häufig weißlich oder durchscheinend und können wie winzige leere Insekten aussehen. Sie sammeln sich mitunter neben einer Kolonie oder bleiben im Honigtau hängen.
Solche Häutungsreste sind weder lebende weiße Blattläuse noch automatisch ein Pilzbelag. Einzelne helle Partikel reichen allerdings auch hier nicht für eine eindeutige Zuordnung.
Wie unterscheiden sich Blattläuse von Thripsen?
| Merkmal | Blattläuse | Thripse |
|---|---|---|
| Körperform | Häufig birnenförmig | Schmal und länglich |
| Begleitende Spuren | Klebriger Honigtau und helle Häutungsreste | Silbrige Fraßspuren und mögliche dunkle Kotpunkte |
Die Unterschiede erklären wir ausführlicher im Beitrag Thripse bei Autoflowering Cannabis.
Sind gelbe Blätter ein sicherer Hinweis?
Nein. Ein anhaltend starker Befall mit Cannabisblattläusen kann die Pflanze schwächen und unter anderem mit Vergilbung oder Welke verbunden sein. Diese Veränderungen sind jedoch unspezifisch und haben zahlreiche mögliche Ursachen.
Ein gelbes oder eingerolltes Blatt ersetzt deshalb keinen Nachweis der Tiere. Honigtau und Häutungsreste liefern zusätzliche Hinweise, aber keine sichere Artbestimmung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Colorado State University: Cannabis Aphid – Merkmale und Begleiterscheinungen (PDF)
- University of California IPM: Blattläuse erkennen
- University of Minnesota Extension: Blattläuse, Honigtau und Häutungsreste
Dein AUTOMATICFLOW-Team


